Rezension: „Kurzlehrbuch Neuroanatomie“

Die 2. Auflage des Kurzlehrbuchs Neuroanatomie (Thieme)Geht es um Buchempfehlungen für das Fach Anatomie, werden die allermeisten wohl den Prometheus nennen (Sorry, Sobotta!). Steht allerdings die Neuroanatomie auf dem Lehrplan, scheiden sich die Geister: Während viele Dozenten lautstark für den Trepel plädieren, Kommilitonen den bewährten Prometheus wieder rauskramen und einige sich wagemutig lediglich mit Doccheck begnügen, greifen die wenigsten zu dem Kurzlehrbuch Neuroanatomie von Thieme. Für wen die dieses Jahr erschienene zweite Ausgabe etwas ist, haben wir für euch getestet.

Zielgruppe:

Das Buch richtet sich an alle Vorkliniker der Human- und Zahnmedizin, kann aber sicher auch in medizinverwandten Fächern, wie etwa der Psychologie, nützlich sein.

Aufbau / Didaktik:

Auf rund 250 Seiten wird die gesamte Neuroanatomie inklusive der Sinnesorgane besprochen. Wie von Thieme gewohnt, ist das Layout sehr gelungen: Ein Daumenregister vereinfacht das Zurechtfinden im Buch, und neben vielen sehr guten Abbildungen (meist aus dem Prometheus) finden sich zahlreiche nützliche Tabellen und farblich hervorgehobene „Merke“- Kästchen. Klinische Bezüge und Lerntipps sind ebenfalls farblich codiert, was das ganze Layout nochmal ansprechender macht und abrundet. Kleine „Check-up“-Impulse am Ende jedes einzelnen Kapitels regen dazu an, das bereits Gelernte zu rekapitulieren und zu verinnerlichen.

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Rezension: „Sobotta Lehrbuch Anatomie, 2. Auflage“

Die 2. Auflage des Sobotta Lehrbuchs Anatomie von ElsevierKnapp 4 Jahre nach der Erstauflage wurde das Sobotta Lehrbuch Anatomie auf den neuesten Stand gebracht. Was sich genau geändert hat und ob sich der Kauf dieses Lehrbuchs lohnt, haben wir für Euch getestet.

Zielgruppe:

Nach wir vor wurde das Anatomielehrbuch primär für Humanmedizin- und Zahnmedizinstudenten konzipiert. Mindestens bis zum Physikum dürfte Anatomie für diese Studenten, nicht nur bezüglich des Fragenanteils in der schriftlichen Examensprüfung, das wichtigste Fach sein.

Aufbau / Didaktik:

Am Aufbau hat sich im Vergleich zur Erstauflage nicht viel getan: Die 5 Kapitel „Allgemeine Anatomie und Embryologie“, „Bewegungsapparat“, „Innere Organe“, „Kopf und Hals“ und „Neuroanatomie“ sind erhalten geblieben und lassen sich weiterhin gut anhand der Sobotta-Atlanten begleitend nachvollziehen. Die entsprechenden Abbildungen finden auch immer wieder Verwendung im Lehrbuch. Weiterhin wird verstärkt auf den Praxisbezug mittels klinischer Fälle gesetzt, die jedes Kapitel thematisch einleiten und mehr Lust die Inhalte machen. Ein Steckbrief soll zeigen, wie man zu einem solchen Fall später in der Famulatur, im PJ oder auch als Assistenzarzt die wichtigsten Informationen filtern kann. Klinik-Kästen innerhalb der Kapitel nehmen das Thema des Praxisbezugs immer wieder auf. Der „Kompetenzen“-Kasten am Kapitelanfang legt die Lernziele fest und war auch schon in der ersten Auflage enthalten. Das gleiche gilt natürlich für die wichtigen „Merke“-Kästen.

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Zahnmedizin in Heidelberg #8: Neurowissenschaften

Myrièlle studiert Zahnmedizin an der Ruprecht-Karls-Universität in HeidelbergMyrièlle ist 21 Jahre alt und hat im Oktober 2017 ihr Zahnmedizinstudium an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg begonnen. Damit startet für sie ein neuer Lebensabschnitt in einer neuen Stadt mit neuen Freunden, neuen Tagesabläufen und vielen neuen Eindrücken. In mehreren Beiträgen schildert Myrièlle ihre Erfahrungen vom neuen Leben als Zahni.


Das vierte Semester in Heidelberg stand ganz unter dem Motto ZNS und Sinne. Wie immer war die Lehre integriert aufgebaut – die Themen wurden in Module geteilt und dann nacheinander in den verschiedenen Fächern bearbeitet, um das Verknüpfen und das Verständnis komplexer Vorgänge zu erleichtern.

Thematisch ist die Neuroanatomie – da werden mir die allermeisten wohl zustimmen – ein harter Brocken. Während die vorangegangen Themen noch relativ eingängig waren, ist in den Neurowissenschaften abstraktes Denken und viel Vorstellungsvermögen erforderlich. Wer schon mal mit Basalganglienschleifen, Thalamuskernen oder Kleinhirnbahnen zu tun hatte, weiß was ich meine.

Neben der Komplexität ist diese Fachgebiet aber auch unfassbar spannend und interessant. Was macht den Charakter und Emotionen aus? Was genau passiert im Schlaf? Wie funktioniert das Lernen eigentlich und wie bildet sich ein Gedächtnis? Kleiner Hinweis am Rande – immer schön wiederholen und am besten vorm Schlafengehen nochmal das, was so gar nicht ins Hirn möchte, durchlesen. Dann kann nichts mehr schief gehen. 🙂

Neuroanatomie gehört in Heidelberg zum 4. Semester des Zahnmedizinstudiums.In Anatomie haben wir uns also mit den verschiedenen Bereichen des Gehirns sowie deren Aufgaben und Mikrostruktur beschäftigt. Während im Präparierkurs im ersten Semester alles noch irgendwie gleich aussah oder klang, war jetzt schon einiges mehr an Routine in Bezug auf Hirnstamm, Kleinhirn und Co. da. Auf jeden Fall ein super spannendes Fach! Und auch hier gab es wieder einige klinische Exkurse, beispielsweise zu den Themen Schlaganfall, Querschnittslähmung und Sprachstörungen. Es ist wirklich toll endlich zu verstehen, wie aus einem Gedanken eine willentliche Bewegung wird und wie dabei alle Komponenten des Körpers zusammenarbeiten. Oder wie unser Körper – von unserem Bewusstsein ganz unbemerkt – dafür sorgt, dass wir atmen, schlucken – und uns damit am Leben hält.

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Wichtige Links für Erstis der Uni Frankfurt

Eine Liste mit praktischen Weblinks für den Einstieg ins Medizinstudium an der Uni Frankfurt.Am Anfang fühlt man sich im Studium oft überfordert mit all den neuen Eindrücken und Erfahrungen. Um Euch den Einstieg an der Uni Frankfurt am Main etwas zu erleichtern, haben wir hier eine Liste mit wichtigen Links bei organisatorischen Fragen zusammengestellt.

Wir hoffen, dass wir Euch damit weiterhelfen können.

Wichtige Links bei organisatorischen Fragen
  • OLAT – Die Onlineplattform mit Vorlesungsfolien und Lernangeboten für viele Fächer
  • DEFI – Der Server zum Austausch von Lernmaterialien wie Skripten und Vorlesungsfolien unter Studenten
  • QIS/LSF – Das Hochschulportal für Organistorisches wie Studienbescheinigungen und Stammdaten
  • Lageplan – Wo finde ich was am Campus Niederrad
  • Der Stundenplan für die Erstsemester im Wintersemester 2017 / 2018
  • Das Lernstudio am Campus Niederrad bietet neben Büchern, Mikroskopen, Skeletten und anderen Lernmaterialien vor allem Räumlichkeiten für Studenten zum Lernen in der Gruppe
  • Der Speiseplan der Betriebskantine der Uniklinik
  • Eine Übersicht mit Öffnungszeiten der Bibliotheken der Uni Frankfurt
Links zu den Instituten der vorklinischen Fächer

Bild: Victor Habbick / FreeDigitalPhotos.net

Rezension: „Taschenlehrbuch Histologie, 6. Auflage“

Das Taschenlehrbuch Histologie gibt es seit Februar 2019 in der 6. Auflage.Das bekannte Taschenlehrbuch Histologie von Renate Lüllmann-Rauch gehört bei vielen Studenten zur Grundausstattung in der Vorklinik. Seit Anfang des Jahres gibt es das kleinformatige Buch nun in der 6. Auflage, die wir uns für euch mal etwas näher angesehen haben.

Zielgruppe:

Nach wie vor eignet sich das Taschenlehrbuch hauptsächlich für Human- und Zahnmedizinstudenten in den vorklinischen Semestern, die im Rahmen des Anatomiekurses mit der Histologie in Berührung kommen. Auch für Pharmazeuten und Studenten der Biochemie und Molekularbiologie soll das Buch laut der Autoren einen Mehrwert im Rahmen ihrer Ausbildung darstellen, aber in erster Linie dürfte man das Buch in den Händen der vorgenannten Studenten sehen.

Aufbau / Didaktik:

Am Aufbau des Taschenlehrbuchs hat sich im Vergleich zur Vorauflage kaum etwas getan: Weiterhin sind die 3 großen Themen „Zellenlehre“, „Allgemeine Histologie“ und „Mikroskopische Anatomie“ in weitere kleine Kapitel unterteilt. In der 6. Auflage werden die einzelnen Abschnitte und Seiten allerdings vermehrte farblich akzentuiert, was die Übersicht fördert. Weiterhin sind zwar wichtige Begriffe fett oder kursiv hervorgehoben. Allerdings leidet das Layout aufgrund der hauptsächlich verwendeten Blocktexte. Uns fiel das Lesen vor allem in trockeneren Teilen umso schwerer. Die Abschnitte, die den sehr theoretischen Texten entgegen wirken sollen, sind leider noch kleiner als der Normaltext gedruckt und beschreiben funktionelle Zusammenhänge und molekulare Hintergründe der verschiedenen Zellstrukturen. Farblich hervorgehobene Kästen leiten manche Kapitel ein, allerdings sucht man Zusammenfassungen oder Merkekästen auch in dieser Auflage vergeblich. Positiv sind nach wie vor die vielen guten Abbildungen.

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Rezension: „MEDI-LEARN Skriptenreihe Gesamtpaket“

Das Gesamtpaket der MEDI-LEARN SkriptenreiheSeit Anfang des Jahres gibt es die MEDI-LEARN Skriptenreihe in der mittlerweile 8. Auflage. Was gibt es Neues? Welche Inhalte sind gleich geblieben? Wir haben die Skripte unter die Lupe genommen.

Zielgruppe:

Die Skripte richten sich natürlich vor allem an Medizinstudenten im 4. Semester, die sich in der unmittelbaren Vorbereitung auf das Physikum befinden. Aber auch schon in den früheren Semestern kann ein Blick in die Skripte nicht schaden.

Aufbau / Didaktik:

Das Gesamtpaket der Skriptenreihe besteht aus insgesamt 42 Skripten. Neben der einzelnen Fächer Anatomie (7 Bände), Biochemie (7 Bände), Biologie (2 Bände), Chemie (2 Bände), Histologie (3 Bände), Lernstrategien (1 Band), Mathe/Physik (2 Bände), Physiologie (6 Bände), Psychologie (4 Bände) gehören ein Skript zu Lernstrategien und insgesamt 8 Bände mit ausgedruckten Examensfragen zum Paket. Außerdem bekommt man ein Biochemie-Poster und einen Lizenzschlüssel für die Online-Plattform „Das bringt Punkte“ dazu. Die Hefte sind dabei immer ähnlich aufgebaut und machen insgesamt einen moderneren Eindruck als die Vorauflagen. Zwar gibt es leider kein Rippenspreitzer-Cartoon mehr auf dem Einband, dafür erscheinen die Inhaltsseiten aber aufgeräumter und bauen weiterhin auf die bekannten Features mit Relevanz-Angaben, Merke-Kästen, der Rubrik „Übrigens“, „Das bringt Punkte“ sowie kleine Pausen-Hinweise an bestimmten Stellen im Heft. Hinter „Fürs Mündliche“ verbergen sich Tipps zur mündlichen Physikumsprüfung, die sich durch die Auswertung von mehreren Tausend Prüfungsprotokollen ergeben haben. Für den ein oder anderen könnten diese gut aufgearbeiteten Hinweise in einem Extra-Heft geballt besser zur Geltung kommen, wenn man sich nach der schriftlichen gezielt auf die mündliche Prüfung vorbereitet. Im orangenen Abschnitt „Kreuzen“ findet man die Verweise zu den entsprechenden mitgelieferten IMPP-Fragen Examensfragen oder zu passenden Kapiteln, die man bei Amboss online kreuzen kann.

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Zahnmedizin in Heidelberg #2: Anatomie und Präpkurs

Myrièlle studiert im 1. Semester Zahnmedizin in Heidelberg.Myrièlle ist 19 Jahre alt und hat im letzten Oktober ihr Zahnmedizinstudium an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg begonnen. Damit startet für sie ein neuer Lebensabschnitt in einer neuen Stadt mit neuen Freunden, neuen Tagesabläufen und vielen neuen Eindrücken. In mehreren Beiträgen schildert Myrièlle ihre ersten Erfahrungen vom neuen Leben als Zahni.


Egal ob man später Chirurg, Internist oder Kieferorthopäde wird: Durch den Präpkurs muss jeder Mediziner zu Beginn seiner Karriere. Bei uns in Heidelberg startet der Präparierkurs parallel mit den Vorlesungen zur Makroskopischen Anatomie direkt in der ersten Woche. Mittlerweile habe ich den wohl sagenumwobensten Teil der Vorklinik hinter mir – und möchte keine der Erfahrungen der letzten vier Monate missen.

Auf den Tag hatten wir wohl alle hingefiebert: Das erste Mal Präparieren. Im weißen Kittel und mit Handschuhen bewaffnet betraten wir den nach Formalin riechenden Saal. Ein weiß gekachelter Raum und neun Metalltische, auf jedem ein eingewickelter Körper. Der Beginn des Präpkurses ist für wohl jeden Studenten herausfordernd. Kaum einer hat bis dato eine Leiche gesehen, und für viele ist es die erste intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben und Tod. Angeleitet werden die kleinen Studentengruppen von jeweils zwei „Präp-Assis“ – Studenten im dritten Semester – und einem Tutor für virtuelle Anatomie. Präpariert wird jeweils zweimal die Woche für jeweils drei Stunden. Dabei ist jedem Tisch ein Dozent zugeteilt, der am Körper erklärt, hin und wieder abfragt und die mündlichen Testate abnimmt.

Anschauungsunterricht gibts im Präpkurs, die Theorie muss man fleißig aus dem Anatomieatlas lernen.Die Anatomie startet mit dem Thema Osteologie. In den Vorlesungen wird der Bewegungsapparat abgehandelt, während zeitgleich am Körperspender gearbeitet wird. Anschließend folgt das Thema Extremitäten (in Heidelberg entfällt das für uns Zahnmediziner). Im Abschnitt Situs werden die inneren Organe in den Bereichen Thorax, Abdomen und Becken freigelegt, entnommen und durchgesprochen. Viele Studenten finden dieses Gebiet am spannendsten, obwohl es schon ein komisches Gefühl ist, die Sternum-Säge anzusetzen und den Thorax zu eröffnen. Doch schnell – und so geht es vielen – brüht man mit der Zeit ab und verdrängt, dass dort ein Mensch liegt. Anschließend folgt das Thema Kopf / Hals: Die Sinnesorgane werden präpariert, Leitungsbahnen freigelegt und Hirnnerven gepaukt. Ein spannendes Kapitel, aber auch sehr emotional. Das Gesicht zu Präparieren stellt für viele Studenten eine große Hürde dar. Anschließend folgte beim Thema ZNS die Entnahme und Präparation des Gehirns und des Rückenmarks.

Einmal alle zwei Wochen hatten wir dann noch Virtuelle Anatomie. Zusammen mit einem Tutor lernten wir, CT-Bilder zu befunden und sahen uns die wichtigsten Strukturen an 3D-Programmen an. Auch wenn man am Anfang das Gefühl hatte, absolut gar nichts zu erkennen, wird man schnell mit den Programmen vertraut und entdeckt schlussendlich auch kleinere Nerven und Gefäße.

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